Unsere Projektfondsprojekte in besonderer Ausgabe

ElisaBeet Jurte, Tag der Städtebauförderung 2026

Jedes Jahr können Berliner*innen am sogenannten Tag der Städtebauförderung, dieses Jahr am 09. Mai, hinter die Kulissen von wichtigen Gebäuden und Baustellen blicken oder durch Kiezrallyes  und -feste ihre Nachbarschaften besser kennenlernen. Auch zwei vom Quartiersmanagement Soldiner Straße/Wollankstraße geförderte Projekte haben sich in diesem Jahr besondere Aktionen überlegt.

Der solidarische Lehrgarten rund um das ElisaBeet war gleich das ganze Wochenende aktiv: Am Samstag wurde dank der Hilfe vieler fleißiger Hände wieder eine Jurte aufgebaut, die von der Nachbarschaft für Treffen und andere kleine Aktionen gemietet werden kann (mehr Informationen dazu lest ihr hier). In produktiver Teamarbeit ließ sich die Jurte schnell aufbauen und steht nun wieder für die Sommermonate bereit. Die harte Arbeit wurde im Anschluss mit einem frischen Mittagessen belohnt, das die Helfenden wieder zu Kräften kommen ließ. Währenddessen standen auf dem Pflanzenmarkt Jungpflanzen aus Bio-Saatgut für Balkone, Garten und Hochbeete zum Verkauf. Neben zahlreichen Tomaten- und Beerensorten gab es Kräuter, Sonnenblumen oder besondere Pflanzen wie ein „Cola-Kraut“ zu erstehen – alles samt Hinweisen zu geeigneten Orten für die Pflanzen und ihre Verwendung.

Am nächsten Tag wurde es mit einem offenen Kiezfest noch etwas feierlicher. Dabei stellten zahlreiche Info-Stände die Aktionen und Projekte im Gemeinschaftsgarten vor, wie auch das vom Quartiersmanagement finanzierte Projekt Klima im Kiez 2.0, das erst kürzlich beim Mädchenzentrum Mädea zu Gast war. Bei Führungen um das Gelände gab es außerdem spannende Fakten zur Geschichte des Gartens und Informationen für alle, die selbst im Garten aktiv werden wollen.

Doch auch das Team vom KiezSportBus hat sich für den Tag der Städtebauförderung ein besonderes Programm überlegt: Während die Kinder sich mit dem erweiterten Angebot des „KiezSportBus Spezial“ austoben, bunt beschminken lassen und Neues wie zum Beispiel Physisches Theater und Graffiti ausprobieren durften, konnten interessierte Personen vom KiezSportBus-Team mehr über das Projekt erfahren. Der Teamleiter Martin Hesse vom durchführenden Verein Roter Stern Berlin 2012 e.V. kann mit Stolz auf seine Kolleg*innen blicken, die jede Woche aufs Neue einen bunten Mix an sportlichen Aktivitäten vorbereiten.

KiezSportBus Spezial, Tag der Städtebauförderung 2026

Darüber hinaus hatte der KiezSportBus in der Woche besonderen Besuch aus Frankreich. Martin Hesse wurde für die Idee vom Projekt der „herausreichenden Sportsozialarbeit“ vor einigen Jahren in Marseille inspiriert. Für einen Erasmus+ Austausch war der langjährige Partner Addap 13 nun in Berlin, um sich die Soldiner-Kiez-Version des Projekts anzuschauen, nachdem ihr Projekt der „Urban Sports Trucks“ vor 17 Jahren wiederum erstmals dank eines Projekts in Berlin auf die Beine gestellt wurde.

In Marseille führt Addap 13 nämlich schon seit 60 Jahren ihre Form der offenen, sozialraumorientierten Sportangebote durch. Mit mittlerweile über 20 Bussen, die Montags bis Samstags an vier unterschiedlichen Orten pro Abend in Marseille aktiv sind, stärken sie durch die gezielten Bewegungsangebote in benachteiligten Vierteln das Selbstbewusstsein, den Sinn für Gemeinschaft und andere Werte wie die Solidarität der Jugendlichen.

Während das Team aus Marseille die Lage vor Ort an den ca. 60 Standorten, wo sie mehr als 7.000 Kinder und Jugendliche erreichen, deutlich drastischer beschreibt als im Soldiner Kiez, konnten sich die Teams bei einem Fachworkshop in den Räumen des Quartiersmanagements Soldiner Straße einige Tage vor dem „KiezSportBus Spezial“ zu den unterschiedlichen Ansätzen und Methoden austauschen. Zu Gast waren dort unter anderem auch die Kiezsportlotsin, Vertreter*innen des Jugendclubs SoKo 116 und Gangway sowie Personen einiger Fachämter und Senatsverwaltungen. Gemeinsam wollen die Partner*innen ein europäisches Netzwerk und weitere internationale Austauschprojekte aufbauen. Der gegenseitige Kontakt hilft ungemein, denn was die Projekte in beiden Länder verbindet, sind die gleichen Fragen, unter anderem in Bezug auf langfristige Finanzierung und die Nutzung von öffentlichen Räumen. 

Das erfolgreiche Konzept des KiezSportBusses im Soldiner Kiez geht jedenfalls auf und ist wegen des Projektfonds des Quartiersmanagements Soldiner Straße/Wollankstraße bis Ende 2027 finanziell gesichert. „Das Projekt bekommt Sichtbarkeit von allen Seiten“, freut sich Martin Hesse am Tag der Städtebauförderung, der unseren QM-Projekten dank der bunten Aktionen des ElisaBeets und des KiezSportBusses zusätzliche Aufmerksamkeit schenken konnte.

Text/Fotos: Kassandra Catrisioti-Forgione (Webredaktion)