„Klima im Kiez 2.0“ leitet den Frühling bei Mädea ein

„Wir brauchen noch ein bisschen Hilfe“, ruft Caterina vom Team des ElisaBeets zu den zwei Mädea-Besucherinnen, die heute beim Aufbau eines Hochbeets unterstützen. Das Mädchenzentrum in der Grüntaler Straße wird beim diesjährigen Frühlingsputz durch den Gemeinschafts- und Lehrgarten auf dem St. Elisabeth-Friedhof unterstützt. Dank des Projektfondsprojekts „Klima im Kiez 2.0“, welches das ElisaBeet mit Geldern aus dem Projektfonds des Quartiersmanagements Soldiner Straße/Wollankstraße umsetzt, ist das ElisaBeet wieder an vielen unterschiedlichen Orten unterwegs.
So war das Team des ElisaBeets in den Osterferien eine Woche lang bei Mädea zu Gast und mit den Besucherinnen ziemlich fleißig: Einen Kompost und Hochbeete haben sie wieder herausgeputzt, zum Teil sogar völlig neu aufgebaut, und einen Apfelbaum gepflanzt. Nebenbei sprechen die Erwachsenen und Kinder auch über das Verhältnis zur Natur und den Austausch mit ihr. Bei einer kurzen Übung konzentrieren sich die Mädchen auf die Erde und werden von ihrer Betreuerin im Jugendzentrum, angeleitet: „Wir bekommen Energie von der Erde, geben ihr welche zurück, und bekommen wieder Energie von ihr“, erklärt sie.
An diesem letzten Ferientag, zum Abschluss der Aktion, wurde von den helfenden Händen zunächst aber vor allem das neu gebaute Hochbeet mit einem Bett aus Ästen stabilisiert und mit frischer Erde aufgefüllt. Für die Massen an Erde braucht es viel Kraft zum Tragen und Verteilen, doch die jungen Mädea-Besucherinnen versichern, dass sie das auch alleine können: „Ich habe das schon gelernt“, stellt eine von ihnen stolz fest.

Doch bevor in die aufgefüllten Beete Neues eingepflanzt werden kann, lernen alle gemeinsam, womit sie es heute zu tun haben. „Wir machen eine Runde: Was haben wir hier für Pflanzen und wo kommen sie hin?“, fragt Caterina. Gemeinsam ergänzt die Gruppe ihr Pflanzenwissen und zählt nach und nach die Arten auf: Stiefmütterchen, Lavendel, Salbei, Johannisbeere und noch einige mehr können jedoch nicht sofort eingepflanzt werden, weil die Teilnehmenden erst einen Plan für die Bepflanzung der Beete beschließen müssen.
Die strategischen Entscheidungen treffen sie zum Beispiel je nach den Lichtbedürfnissen der Pflanzen oder danach, dass die Minze der Erdbeere beim Wachsen hilft. Sobald der Plan steht, entscheidet sich die Gruppe: „Erstmal gehen wir zur Sonne.“ Topf für Topf lernen die Kinder, wie man die Pflanzen einsetzt, und so werden die Hochbeete in Teamarbeit schnell bepflanzt. Die Kinder beobachten dabei, wie unterschiedlich groß die Pflanzen sind, bevor sie Teil der Hochbeete werden. „Das ist ein Baby und das ist eine Teenager-Pflanze“, beschreiben sie spielerisch.
Um Teenager geht es auch beim Apfelbaum. Eine junge Mitarbeiterin im Mädea-Team, erklärt den Mädchen mit neuem Wissen vom ElisaBeet, dass die Mädchen erst in fünf Jahren, wenn sie also 16 Jahre alt sind, ihre eigenen Äpfel ernten können. In fünf Jahren – das klingt so, als läge es in ferner Zukunft, doch für das Mädea, das schon seit 1997„Mädchenarbeit und mädchenpolitische Arbeit“ leistet, ist das ein verhältnismäßig kurzer Zeitraum.
Es gibt zahlreiche ehemalige Besucherinnen, die heute entweder mit ihren eigenen Kindern zu Besuch kommen oder deren Töchter selbst regelmäßig im Mädea sind. Diese erfolgreiche Arbeit wird dieses Jahr bei einem großen Fest gefeiert: Am 08. Juli, von 16 bis 21 Uhr, lädt das Mädea zu sich ein, um nicht nur den Sommerferienbeginn, sondern auch die erfolgreiche Arbeit der unterschiedlichen Institutionen im Kiez zu würdigen.
In der Zwischenzeit unterstützt „Klima im Kiez 2.0“ beim Aufbau eines Kräuterbeets in der Fabrik Osloer Straße und ist mit weiteren ökologisch-bildenden Projekten im Kiez aktiv. Dazugehörige Informationen sind in der Regel auf Instagram beim ElisaBeet oder in unserem Veranstaltungskalender zu finden. Als nächstes wird am 09. Mai die Jurte wieder aufgebaut. Einen Bericht vom Aufbau im vergangenen Jahr lest ihr hier.
Text/Fotos: Kassandra Catrisioti-Forgione (Webredaktion)
