Internationale Wochen gegen Rassismus im QM Soldiner

In der zweiten Märzhälfte dieses Jahres fanden rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März die sogenannten Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Zur Organisation von Veranstaltungen in Wedding und Moabit hat sich 2017 das Bündnis „Zusammen gegen Rassismus Wedding & Moabit“ gegründet, das wir als Quartiersmanagement Soldiner Straße/Wollankstraße unterstützen. Daher gab es auch bei uns im Vorortbüro ein thematisch passendes Angebot mit Unterstützung durch den Vêla e.V. sowie durch das Büro für Partizipation und Integration des Bezirksamts Mitte.
In diesem Jahr fanden die Internationalen Wochen unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ statt. Passend dazu lud der Kultur- und Bildungsverein für Mädchen und Frauen Velâ e.V. zum Workshop „Hinschauen, Verstehen, Verändern“ für Mädchen und Frauen mit und ohne Rassismuserfahrung. Eine „Faireint Trainerin“ konnte dort ihr Wissen als Empowermenttrainerin gegen Rassimus und Diskriminierung teilen und leitete den Workshop mit einer Definition zu Rassismus und einigen historischen Fakten zu Kolonialismus, Sklaverei und dem pseudo-naturwissenschaftlichen Ursprung von Rassismus ein, sodass die Workshopteilnehmenden auf eine gemeinsame Grundlage aufbauen konnten. In einer anschließenden Übung wurden dann die eigene Perspektiven auf rassistische und diskriminierende Situationen reflektiert und hinterfragt, bevor die Teilnehmenden in einen Austausch über bestehende Erfahrungen gehen konnten.
Einige Tage später waren schließlich vier der sechs Vertreterinnen des Büros für Integration und Partizipation im Quartiersmanagement Soldiner Straße/Wollankstraße zu Gast. In einer offenen Sprechstunde stellten sie das Büro, das im Bereich der Bezirksbürgermeisterin angesiedelt ist, sowie ihre unterschiedlichen Aufgabenbereiche vor. Neben der Bezirksbeauftragten für Partizipation und Integration, Johanna Kösters, koordinieren Huri Yavuz, Noemi Majer, Carolyn Kanja, Öznur Büker und Marita Cheshmaritashvili im Büro für Partizipation und Integration den dazugehörigen Beirat für Partizipation und Integration, Anliegen von Geflüchteten, Ehrenamt und Flucht im Sozialraum, den bezirklichen Integrationsfonds und die migrationsgesellschaftliche Ausrichtung der Verwaltung sowie Belange in Bezug auf Zuwanderung innerhalb der EU und Integrationslots*innen.
Ihre mehrsprachig orientierte Arbeit stützt auf das 2010 verabschiedete und zuletzt 2021 angepasste Partizipazionsgesetz oder auch „Gesetz der offenen Tür“. Dieser schreibt unter anderem den Beirat für Partizipation und Integration, in dem Personen sitzen, die in Mitte wohnen oder arbeiten und alle fünf Jahre neu gewählt werden, gesetzlich vor. Huri Yavuz, die Koordinatorin des Beirats, stellt fest, dass der Beirat vor allem dazu diesen soll, die Belange von migrantischen Personen in Mitte in der Berliner Verwaltung zu verankern. Diese werden auf monatlichen, in der Regel öffentlichen Sitzungen gesammelt und dort unter Umständen auch mit Gästen besprochen. Das unterstützt den Beirat bei der Erfüllung seiner Aufgaben, denn die Grundidee des Beirats sei die Beratungsfunktion, dank der das Bezirksamt bei Bedarf auf den Beirat zurückkommen, der Beirat aber auch proaktiv auf das Bezirksamt zugehen kann.
Die Mitglieder des Beirats, die in einigen BVV-Ausschüssen vertreten sind, beschäftigen sich aktuell besonders mit prekären Arbeitsverhältnissen und bereiten Aktionen in Bezug auf die anstehenden Abgeordnetenhaus- und Bezirkswahlen im Herbst vor. Der Beirat möchte andere migrantische Personen nämlich „daran erinnern, dass sie gesehen werden und auch selbst mitmachen können“, erklärte Yavuz.


In der Sprechstunde kamen die Vertreterinnen des Büros für Integration und Partizipation auch mit zwei Vertreterinnen der Berliner Hausbesuche in Mitte ins Gespräch, sodass sie sich gegenseitig über ihre bedeutenden Arbeitsfelder informieren konnten. Denn allein im vergangenen Jahr wurden in Berlin 4.700 Hausbesuche bei Personen über 70 Jahren durchgeführt. Die Hausbesuche in Zweierteams dienen dazu, Anwohner*innen im Alter von über 70 Jahren in einem kostenlosen, persönlichen Gespräch über Angebote und Unterstützung zu informieren, zum Beispiel in Hinblick auf Pflegegrade oder weiterführende Beratungsstellen. Besonders in Mitte trifft das verantwortliche Team dabei auf migrantische Personen, die von der Arbeit des Büros für Integration und Partizipation profitieren könnten.
Das Büro für Integration und Partizipazion wies in der Sprechstunde aber auch auf den Integrationsfonds hin, der dieses Jahr zehn Projekte finanziert. Wer bei der Sprechstunde nicht dabei sein konnte und Informationen zur Teilnahme am Beirat oder zu aktuellen Projektaufrufen des Integrationsfonds sucht, findet diese wie auch alle weiteren Informationen zur Arbeit des Büros und die entsprechenden Kontaktdaten der sechs Vertreterinnen auf der Webseite des Büros.
Text/Fotos: Kassandra Catrisioti-Forgione (Webredaktion)
