Neue, alternative Lernräume in der Quinoa Schule

Es ist ein herausfordernder Prozess, der vor einem Jahr an der Quinoa Schule zu Ende ging: Seit ihrer Einweihung bereichern neue, sogenannte alternative Lernräume die Schule, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder „ungeachtet ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die Chance auf einen Schulabschluss und -anschluss“ zu ermöglichen.

Nach anderthalb Jahren der Planung und mehrerer Umbaumaßnahmen nutzt die Schule nun das Erdgeschoss im Nachbargebäude, wo sich jetzt eine Lernwerkstatt, ein Makerspace sowie weitere neue Räumlichkeiten für Schüler*innen und Lehrende befinden. Den langen Weg hat die Schule auf sich genommen, um praxisorientierte Lernangebote zu schaffen.

Zu den neuen, alternativen Lernräumen, die sowohl im Regelunterricht als auch nachmittags in AGs benutzt werden, zählen unter anderem zwei Räume, die ein praktisches und projektorientiertes Lernen in den Mittelpunkt stellen. In der Lernwerkstatt können die Schüler*innen sich an Werkzeugen und Maschinen, zum Beispiel beim Schleifen und Sägen, ausprobieren oder im Umgang mit Metallen üben. In der „digitalen Werkstatt“ nebenan, im Makerspace, stehen ein 3D-Drucker, Lasercutter, Textilverarbeitungsgeräte, ein Greenscreen, aber auch Geräte zum Programmieren oder Aufnehmen von Podcasts zur Verfügung. Ein weiterer, besonderer Raum ist die Lehrküche, in der nicht nur Koch- und Backkünste ausgetüftelt werden, sondern in Rahmen von AGs und in Verknüpfung mit dem Schul-Café auch praktische Fähigkeiten wie Teamarbeit, Organisation der Umgang mit Geld gelernt wird.

All diese Räume verbindet die Idee, unabhängig von Jahrgangsstufen oder Fächern anhand von praktischem Lernen und Experimentieren neue Möglichkeiten der Berufsorientierung und andere Perspektiven eröffnen zu können. Außerdem bieten neue Unterrichtsfächer wie „Innovationswerkstatt – Planen und Bauen“ die Möglichkeit, gezielt Konzepte und kreative Lösungen zu erarbeiten. In einer MINT-AG speziell für Mädchen setzen Schülerinnen eigene Ideen praktisch um. Ein begleitetes Maker-Buddies-Programm befähigt ausgewählte Schüler:innen, andere Jugendliche anzuleiten und zu unterstützen.

Die Werkstatt stellt gleichzeitig auch einen Rahmen zur Prävention dar, wenn Schüler*innen das Bedürfnis haben, ihre Energie körperlich loszuwerden. Daher ist auch das Team der Schulsozialpädagogik im Betreuungsteam der Werkstatt vertreten, sodass die Schüler*innen bei ihren Arbeiten nicht nur technisch und handwerklich unterstützt werden.

Die alternativen Lernräume sollen mit ihrer Ausstattung längerfristig über die Schülerschaft der Quinoa-Schule hinaus für den Kiez geöffnet werden. Um dies strukturiert gewährleisten zu können, entwickelt die Schule aktuell konkrete Projekte, die umgesetzt werden sollen, sobald die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen gedeckt sind.

In jedem Fall steht der Schule im Quartier bereits ein großes Netzwerk an Institutionen und ehemaligen Schüler*innen zur Verfügung, das die Öffnung der alternativen Lernräume vereinfachen dürfte. Eine weitere Hilfe könnte die öffentliche Aufmerksamkeit sein, die die Schule seit dem Frühjahr genießt: Im Februar wurde die Lehrerin Fatma Kan nach einer Nominierung ihrer Schüler*innen zu einer der besten Lehrerinnen Deutschlands gewählt – auch wir gratulieren herzlich!


Text: Kassandra Catrisioti-Forgione (Webredaktion), Fotos: Quinoa Bildung gGmbH