Ein Treffen, viele Entscheidungen: Start der neu zusammengesetzten Aktionsfondsjury

Wir haben es in den letzten Wochen viel beworben und jetzt war es endlich soweit: In der Aktionsfondsjury wurden zu Beginn des Jahres mehrere Plätze frei, die nun durch engagierte Anwohner*innen besetzt wurden. Am 5. März traf sich die Jury in neuer Zusammensetzung, um über die Finanzierung von gleich sieben möglichen Projekten abzustimmen.
Die neuen Mitglieder sind Anwohner*innen, die im Kiez bereits gut vernetzt sind, über Nachbar*innen oder Social Media vom Aufruf erfahren und teils selbst schon Erfahrungen mit dem Aktionsfonds gesammelt haben. Eine Person freut sich besonders darüber, dass sie aktiv werden kann, auch ohne über soziale Netzwerke zu verfügen: „Ich bekomme mal etwas mit!“
In der ersten Sitzung für dieses Jahr sind die Neueinsteiger*innen sogar in der Überzahl und steigen direkt interessiert und mit vielen Nachfragen zu den vorgestellten Aktionen ein. So diskutieren sie gemeinsam über die Anträge von sieben Aktionen, die Bewohner*innen und Vereine im Kiez umsetzen wollen: Von „mehr Formaten, die Leute zusammen bringen“ und über Maßnahmen, die öffentliche Räume verschönern sollen, bis hin zu Workshopideen werden unterschiedliche Aspekte des kiezlich-gemeinschaftlichen Engagements abgedeckt.
Der Ablauf an dem Abend ist streng getaktet: Vertreter*innen jedes Projekts dürfen sich auf Basis des bereits vorliegenden Antrags fünf Minuten lang vorstellen, bevor sie sich je nach Bedarf fünf bis zehn Minuten lang den Fragen der Aktionsfondsjury und des Quartiersmanagements stellen. Das QM-Team achtet dabei lediglich auf die Fördermöglichkeit in Bezug auf formale Aspekte, während die Jury eigenständig über die Förderwürdigkeit entscheiden darf – also inwiefern es sich in ihren Augen lohnt, die vorgestellten Projekte finanziell zu unterstützen.
Die wohlwollende Jury ist dabei von allen Ideen begeistert und muss in der Diskussion genau abwägen, welche Aspekte sie priorisiert, wie zum Beispiel bereits gesammelte Erfahrungen im Kiez und an anderen Orten oder besonders innovative Projektideen in thematischen Bereichen, die im Kiez bisher unterrepräsentiert sind. Während die Jurymitglieder, die einander und den Antragstellenden zum Teil das erste Mal begegnen, das Prozedere einer Aktionsfondsjurysitzung erst kennenlernen, vertiefen sie ihre Diskussionen bereits nach kurzer Zeit und stimmen aufmerksam über die sieben Anträge ab.
„Alleine, um Orte und Akteur*innen im Kiez kennenzulernen, ist die Teilnahme an der Aktionsfondsjury eine gute Sache“, stellt eines der neuen Mitglieder fest. Und zum Schluss resümiert eine weitere neue Person in der Jury: „Die Entscheidung fällt schwerer als gedacht. Es ist ja schön, wenn Menschen im Kiez engagiert sind. Gleichzeitig möchte man aber auch zukünftigen Antragsteller*innen nicht die Möglichkeit nehmen, Projekte durchzuführen, wenn direkt zu Beginn des Jahres das ganze Geld vergeben wird.“
Doch das wird dieses Mal kein Problem sein, weil der Aktionsfonds in diesem Jahr um 50% auf insgesamt 15.000 Euro aufgestockt wurde. Die nächste Antragsfrist wird vermutlich im Mai angesetzt. Außerdem können sich Personen ab 16 Jahren, die im Quartier wohnen, weiterhin beim QM-Team melden, wenn sie Teil der Aktionsfondsjury werden und in Zukunft mit sichtlich wenig Aufwand über die Unterstützung von Projekten mitentscheiden möchten. Alle Infos gibt es hier.
Text/Fotos: Kassandra Catrisioti-Forgione (Webredaktion)
