Goldenes Schach-Gütesiegel für die Andersen-Grundschule

Das Jahr 2026 beginnt glanzvoll für die Andersen-Grundschule: Ende 2025 wurde die Schule nach viel Mühe und Jahren voller herzerfülltem Engagement mit dem Gütesiegel „Deutsche Schachschule in Gold“ der Deutschen Schulschachstiftung ausgezeichnet – und ist damit die erste Grundschule in Berlin mit der Auszeichnung.
Diese Würdigung wurde Ende Januar mit einer feierlichen Enthüllung in der Aula der Schule zelebriert, auch unter Anwesenheit von Vertreter*innen des Bezirks, wie die Schulaufsicht und der Bezirksstadtrat für Schule und Sport, Benjamin Fritz. Die Schulleiterin Mergenthaler-Starke erklärt in ihrer Rede stolz die Bedeutung des besonderen Siegels. Um es zu erhalten, müssen von Räumlichkeiten, über Personal bis Lehrmaterialien insgesamt zehn Anforderungen erfüllt werden. So ist auch die Andersen-Grundschule mit ihrem ausgewiesenen Schachprofil von gezielten Lehrplänen, Räumlichkeiten, Tablets und anderen Materialen zum Erlernen des Strategiespiels geprägt – von dem für sich selbst sprechenden, konstanten Erfolg der Kinder bei Turnieren mal abgesehen.
An der Schule mit Schachprofil lernen nämlich alle Schüler*innen der 1. und 2. Klassen im Unterricht die Grundregeln des Schachs, bevor einige von ihnen für zusätzliche Talente-Gruppen ausgewählt werden. Besonders begabte Schüler*innen werden darüber hinaus in ein Begabtenprogramm aufgenommen, in dem sie bis zum Ende ihrer Schulzeit für Turniere trainiert werden. Seit 2023 gewinnen die Schüler*innen pro Jahr im Durchschnitt drei Mannschaftsspiele mit vier bis sechs Personen, wie der Schachlehrer Harald Fietz in einer Ansprache reflektiert, und „Einzelmedaillien zählen [sie] gar nicht mehr“.
Insgesamt wird an der Schule nun seit 2010 in irgendeiner Form ein eigenes Schachprogramm angeboten, auch mit der besonderen Schwerpunktförderung von Mädchen, die in der Berliner Wettbewerbslandschaft teils unterrepräsentiert sind, und zeitweise mit der Unterstützung des QM-Projekts „Schach-Campus Soldiner Kiez“. Doch auch für die Kinder, für die es nicht in der besonderen Weiterförderung weitergeht, ist der gemeinsame Schachunterricht eine verbindende Grundlage, auf die in den Pausen und darüber hinaus aufgebaut werden kann. Die Kinder können sich auf dem Schulhof mit dem Großschach oder in der für alle offenen Schach-AG weiterhin messen.
Fotos: Bezirksamt Mitte
Harald Fietz erklärt begeistert die zwei verschiedenen Arten, wie das möglich ist: Im Schnellschach mit einer Uhr, die nach fünf Minuten pro Person abläuft, gehe es eher um den Zugzwang und die Selbstverantwortung für Entscheidungen, die unter Druck getroffen werden, so wie in einer Klassenarbeit. Im Spiel ohne Uhr stünde hingegen die Strategie und das Vorausdenken für langfristige Entscheidungen im Mittelpunkt.
Denn wie die Lehrer*innen erklären, ist neben dem Erfolg durch ehemalige Schüler*innen, die der Schule auch nach der 6. Klasse verbunden bleiben oder heute zum Teil in (Europa-)Meisterschaften und der Bundesliga spielen, das Netzwerk innerhalb der Schule und unterschiedlichen Familien oder Einzelpersonen in Kiez, die sich über den Denksport kennenlernen, das Ziel des Projekts.

Den Titel „Deutsche Schachschule in Gold“ darf die Schule mit dem Schachprofil unter Leitung der Schachlehrer*innen Swantje Munser und Harald Fietz nun bis 2030 tragen, bis sie sich neu bewerben müsste. In der Zwischenzeit sollen die Lehrpläne weiter verfeinert, individuelle Lehrpläne erstellt und eine Kooperation mit Wrocław in Polen, dem Herkunftsort des erfolgreichen Schachspielers Adolf Anderssen, entstehen. Eine Chronologie des bisherigen Meilensteile und Erfolge des Projekts ist auf dieser Seite zu finden. Bis zur nächsten Etappe wünschen wir den Lehrkräften und ihren rund 170 aktiven Schüler*innen weiterhin viel Erfolg und Spaß beim regelmäßigen Schachunterricht und den Turnieren.
Text/Fotos ohne weitere Angabe: Kassandra Catrisioti-Forgione (Webredaktion)
