Stiftung FREIZEIT gewinnt Ausschreibung Reallabor

Für das Projekt "Temporäre Spielstraßen: Reallabor für nachhaltige Mobilität" wurde das Büro Stiftung Freizeit ausgewählt.

Inés Aubert, Markus Blösl und Rubén Jódar. Foto: Stiftung Freizeit

Die Stiftung Freizeit vergibt keinen Urlaub, aber stiftet an, sich Zeit zu nehmen, um über Stadt nachzudenken. Die drei Architekten*innen Inés Aubert, Markus Blösl und Rubén Jódar haben sich im Mai 2011 zu Stiftung Freizeit zusammengeschlossen. "Wir sind Stadtforscher" schreiben sie auf ihrer Webseite ironisch. Ernst gemeint ist diese Selbstbeschreibung: "Mit temporären Interventionen und durch Partizipation laden wir ein, öffentliche Räume im überraschenden Dialog mit der Stadt kulturell, sozial oder politisch neu zu denken. Wir stiften Andere an, sich freie Zeit für ihre Stadt zu nehmen." In einem frühen Blogeintrag auf der Webseite schreiben die drei im Jahr 2011 über eine Aktion beim Parkingday. "Was könnte mit dem Platz passieren, auf dem nur ein Auto abgestellt ist?", fragten sie. Als Träger des vom Quartiersmanagement finanzierten Projektes Reallabor widmen sich wieder Verkehrsfragen.

In dieser Woche geht das Projekt den ersten Schritt. Drei Straßen werden ausgewählt, die für temporäre Spielstraßen geeignet sind. Mit am Tisch sitzen dabei das Team des Quartiersmanagements, das Bezirksamt und die Arbeitsgemeinschaft nachhaltige Mobilität und Verkehr (AGNMV). Letztere ist ein Zusammenschluss von Nachbar*innen, die teilweise Mitglied im Quartiersrat waren. Seit einem Jahr setzt sich die AGNMV für Veränderungen in der Mobilität ein und hat bei der Ausschreibung des Projektes mitgewirkt.

Beim Reallabor sollen temporäre Spielstraßen eingeführt und dabei konkrete Ideen unter realen Bedingungen getestet werden. Ziel ist, Straßen für nachhaltige und individuelle Mobilität im öffentlichen Raum zu nutzen. Drei Punkte sollen erreicht werden: 1. die Anwohner*innen sollen für nachhaltige Mobilität sensibilisiert werden. 2. Ideen für nachhaltige Mobilität sollen aus dem Kiez heraus gewonnen, gesammelt und ausprobiert werden. 3. Die Aufenthaltsqualität soll verbessert werden und dabei sollen die Interessen der Nutzer*innengruppen einbezogen werden.

Inés Aubert, Markus Blösl und Rubén Jódar sind Architekten, zwischen 1973 und 1979 geboren. Die drei arbeiten oder arbeiteten als wissenschaftliche Mitarbeiter in Innsbruck, Braunschweig und Berlin.

Die Webseite von Stiftung Freizeit stellt bisherige Projekte und Ideen der Gruppe vor.

3. November 2020