Preisverleihung und Gespräch mit Kunstschaffenden

Das Müll Museum Soldiner Kiez verleiht am 24. September den Capri-Preis 2020. Und es lädt ein zu einem Gespräch über drei Generationen Müll.

Preisverleihung des Capri Preises und Künstlergespräch am 24. September. Grafik: Müll Museum

Donnerstag, 24. September, von 16 bis 19 Uhr vergeben Lena Reich und Susanne Schulze-Jungheim vom Müll Museum Soldiner Kiez drei Preise. Sie hatten im Frühjahr den Capri-Preis 2020 ausgeschrieben. Gewonnen haben Schülerin Emilie, Designer Daniel Dilger und Aktionskünstler Alfred Ulrich. "Die drei Kunstschaffenden werden anwesend sein, mit uns über Kunst und Müll reden und ihre Originale vorstellen", heißt es in der Einladung.

Die 9-jährige Künstlerin Emilie folgte dem Aufruf zum Capri Preis 2020 und hat in der Zeit des Corona bedingten sogenannten Lockdowns nachhaltige Kunst für den Kiez kreiert. Basierend auf dem Corona-Stay-Home-Logo dachte sich die junge Künstlerin eine Skulptur aus, die auf die verzweifelte Lage unseres Planeten aufmerksam macht.

Daniel Dilger stellt aus Müll Lampions her. "Müll sind Objekte", heißt es in der Beschreibung seiner Arbeit, "die keiner mehr haben will." Die Objekte, die Dilger mit Solarlampen in nützliche und schöne Lampions umformte, werden später Licht in dunkle Ecken des Soldiner Kiezes bringen.

Der Beitrag des 75-jährigen Biennale-Künstlers Alfred Ullrich ist eine originale überfahrene Sprühdose auf einem zerkratzten Alublech, die von historischem Eisen eingerahmt ist. Der 75-jährige Sinto macht aus Schrott Kunst und auf diese Weise Schrottkunst.

Mit dem Capri-Preis reagierte das Müll Museum Soldiner Kiez auf die Coronakrise und rief Kreativ-Schaffende dazu auf, Kunstwerke einzureichen, die die Frage behandeln: Wie können wir den Müll, der uns tagtäglich umgibt, nutzbar machen?

Das Müll Museum Soldiner Kiez greift den jahrzehntelangen nachbarschaftlichen Konflikt um falsche Müllentsorgung und verdrecktes Straßenbild auf und erzählt die Geschichte des Kiezes seit den politischen Säuberungen der 1930er-Jahre.

Das Müll Museum Soldiner Kiez (seit neuem mit sehenswerter Webseite) ist ein Projekt, das das Quartiersmanagement über den Projektfonds mit Mitteln des Programms Sozialer Zusammenhalt (früher Soziale Stadt) finanziell gefördert wird.

14. September 2020