Soldiner Themen an Politik herangetragen

Der Ausschuss Soziale Stadt hat im Soldiner Kiez getagt und zuvor bei einem Rundgang wesentliche Anliegen des QM-Gebiets angehört.

Stephan von Dassel

Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel liest "Soldiner Botschaften". Foto Recep Aydinlar

Die "Soldiner Themen" als Handout.

Ausschuss

Der Ausschuss "Soziale Stadt" am Vorortbüro Koloniestraße. Foto Ana Martin Yuste

Zusätzlich zu ihrem Sitzungstermin nahmen sich die Mitglieder des Ausschusses Soziale Stadt am 30. September Zeit, um sich vor Ort im Stadtteil Soldiner Kiez umzusehen. Recep Aydinlar, Nadin Schmolke und Ana Martin Yuste vom Team des Quartiersmanagements (QM) empfingen die Ausschussmitglieder im Vorort-Büro. Sie berichteten über die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt vom Frühjahr 2019. Beim anschließende Kiezspaziergang führte Quartiersmanager Recep Aydinlar den Ausschuss zu mehreren „Baustellen“ im Kiez, wie er sagte.

Gleich beim Start in der Koloniestraße informierte Recep Aydinlar über den zunehmenden Verkehr im Quartier sowie die fehlenden Radwege im Gebiet. Das QM plant, das vor 18 Jahren entwickelte Verkehrskonzept erneuern zu lassen. Außerdem wurde über das die Bewohnerinnen und Bewohner immer wieder umtreibende Thema des rücksichtslos abgestellten Sperrmülls berichtet.

Bei der zweiten Station am Panketal-Spielplatz wurden die Bezirksverordneten über den Spielplatz informiert. Der Spielplatz - an der Fußwegverbindung von der Koloniestraße zur Panke gelegen - befindet sich etwa drei Meter unter der Höhe des Fußwegs. Diese besondere räumliche Situation führt dazu, dass der Ort als Unterschlupf für Drogenverkauf und -konsum genutzt wird. Das hat eine starke Verunreinigung durch Urin, Kot und Abfälle zur Folge und wird für Kinder zu einer Gefahrenstelle. All das mündet in ein generelles Unsicherheitsgefühl der Nutzerinnen und Nutzer des Spielplatzes. Das Quartiersmanagement und der Quartiersrat haben die Neugestaltung des Spielplatzes als einen Antrag im Baufonds beim Senat eingereicht. Der Antrag befindet sich in der Abstimmung.

Die nächste Station war die namenlose Brücke, die auf der Höhe Gotenburger Straße über die Panke führt. Hier machte das QM-Team darauf aufmerksam, dass die Brücke nicht barrierefrei ist und für Eltern mit Kinderwagen, Senioren und Rollstuhlfahrerinnen ein erhebliches Hindernis darstellt.

In der Gotenburger Straße Ecke Prinzenallee kritisierten Mitglieder des Quartiersrats, dass keine Zwischennutzung der Freifläche an der Kreuzung möglich ist. Obwohl der hier geplante Neubau durch die Degewo bislang noch nicht gestartet ist, musste bereits ein Bauwagen mit einem Jugendprojekt weichen. Nun vermüllt die ungenutzte Freifläche, die zuvor durch Projekte sinnvoll ausgefüllt wurde. Auf der Parzelle soll 2020 ein Haus der Parität als soziales Zentrum für Betreutes Wohnen, den Betrieb einer Kita und einer Produktions-Schule entstehen (Visualisierung beim Soldiner Kiez Kurier). Bisher wurde ein bauliches Konzept erarbeitet und mit dem Stadtplanungs- und dem Bau-Denkmalamt abgestimmt.

Der nächste Halt war die Biesentaler Straße 7. Das QM-Team wies auf die unzureichenden Bedingungen der Grünfläche als Erholungsort und auf den von Schimmel befallenen Jugendtreff Putte e. V. in der Remise hin. Die Grünfläche brauche ein neues Gestaltungskonzept, damit sie mehr Nachbarinnen und Nachbarn in Anspruch nehmen. Die Remise benötigt dringend eine Sanierung. Das Jugendamt hat hierfür bereits 200.000 Euro bereitgestellt. Im Bezirk wird demnächst über weitere Gelder für die Instandsetzung abgestimmt.

Zum Schluss des Rundgangs versammelten sich die Mitglieder im Müll Museum Soldiner Kiez. Das Müll Museum stellt eine Antwort auf die Müllproblematik im QM-Gebiet dar. Lena Reich und Susanne Schulze-Jungheim führten die Mitglieder durch das Müll Museum in der Stephanuskirche.

Anschließend traf sich der Ausschuss Soziale Stadt zu seiner turnusmäßig monatlich stattfindenden Sitzung. Sie wurde dieses Mal nicht im Bezirksamt, sondern in der Fabrik Osloer Straße ausgetragen. Hier wurden die Soldiner Botschaften dem Bezirksbürgermeister Herrn Stephan Dassel übergeben.

Der vollständige Name des Ausschusses lautet „Soziale Stadt (Transparenz, Bürgerbeteiligung, QM, SPK)“. Er besteht aus elf Mitgliedern, vier Bürgerdeputierten und einem regelmäßigen Teilnehmer der Grünen.

Impressionen vom Rundgang mit dem Ausschuss Soziale Stadt sind in einem YouTube-Video zu sehen und in Fotoalben unter Fotoeindrücke und auf Facebook.

1. Oktober 2019