Mieter können Investoren gläsern machen

Die Initiative "Wem gehört Berlin" will öffentlich machen, welche Art von Investoren in Berlin Mietwohnungen besitzen. Dafür wird die Unterstützung der Mieter benötigt.

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Wem gehört Berlin? Mieter können es öffentlich machen. Foto: Andrei Schnell

Niemand weiß, inwieweit es noch stimmt, dass hauptsächlich die sprichwörtlichen Handwerker selbst ausgebaute Miethäuser besitzen. Oder ob wirklich schon ganz Berlin sich in den Händen von Großinvestoren befindet. Die Initiative "Wem gehört Berlin" will genau wissen, wie sich Immobilienbesitz in Berlin verteilt. Deshalb bitten sie alle Mieterinnen und Mieter, die Besitzerverhätlnisse ihres Hauses in einer Datenbank einzutragen.

Gestartet haben die Initiative der Berliner Tagesspiegel und das Rechercheportal Correctiv. "Wir wollen mehr Transparenz auf dem Berliner Immobilienmarkt und eine informierte Debatte ermöglichen, wie die Wohnsituation in Berlin erschwinglich bleiben kann", schreiben die Reporter auf einer gemeinsamen Webseite. Dort können Mieterinnen und Mieter sich registrieren und Unterlagen hochladen, aus denen eindeutig die Vermieternamen hervorgehen. Mit den Angaben können der Tagesspiegel und Correctiv darstellen, "welche Eigentümer maßgeblich den Wohnungsmarkt beeinflussen " und können fragwürdige oder gar illegale Praktiken erkennen.

In Deutschland gibt es zwar für jede Gemeinde ein Grundbuchamt, das alle Eigentümer erfasst. Doch diese Daten dürfen vom Amt nicht veröffentlicht werden. Auf diese Weise kommt, dass zwar heftig über den gläsernen Bürger debattiert wird, aber nicht über den gläsernen Immobilieninvestor. "Von dieser Intransparenz profitieren vor allem Akteure, die in großem Stil mit Wohnungen handeln oder Mietverhältnisse ausnutzen."

Die Umfrage läuft noch bis Ende des Jahres. Abgefragt wird der Name des Eigentümers, wie er auf den Mietvertrag oder in Briefen genannt wird und die eigene Adresse. Der Name der Mieterin oder des Mieters werden nicht abgefragt. Es ist nötig, Belege hochzuladen, die die gemachten Angaben beweisen; denn die Initiative "Wem gehört Berlin" will im nächsten nur überprüfbare Aussagen zu den Besitzverhältnissen in Berlin treffen.

Links

Zur Webseite, um den Eigentümer anzugeben.

Zur Webseite, die über "Wem gehört Berlin" informiert.

12. November 2018