Bleibt immer dran

Dass Abdul El-Khatib irgendwann die Kurve kriegen würde, glaubte kaum ein Lehrer in der Oberschule. Wenn er heute ab und zu vorbei schaut, stehen die Münder offen. Der 24-Jährige, der es mit der Schule nicht so wichtig nahm, ist seit kurzem ausgebildeter Erzieher und redet von Bildung. Den Kids auf der Straße erklärt er, worauf es ankommt, wenn man etwas erreichen will: Nämlich sich auf den Hosenboden setzen und die Hausaufgaben erledigen, auch wenn draußen die Sonne scheint.

Hier im Soldiner Kiez, wo Abdul aufwuchs, kennen ihn faktisch alle – nicht erst seit seiner Tätigkeit im Kinder- und Stadtteiltreff Frisbee und im Jugendclub SoKo116 nur ein paar Meter von hier. Viele – ob Groß oder Klein - bewundern ihn. Abdul hat nämlich erreicht, was ihm Respekt verschafft: er ist über sich hinaus gewachsen und damit ein Vorbild für den ganzen Kiez. Er kümmert sich: um Freunde, die mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, um seine große Familie und um den Kiezfußball.

Der durchtrainierte junge Mann spielte schon als Kind sehr gern Fußball. Durch den Sport gewann er viele Freunde. Manche, wie der heutige Herthaspieler Änis Ben-Hatira, staunen, welche Ausdauer Abdul entwickelt, wenn es um seine selbstgesteckten Ziele geht. Eines war dieser Bolzplatz in der Koloniestraße. Wenn die Kids hier direkt vor der Haustür Fußball spielen könnten, wären sie weg von der Straße, dachte er sich. Und Abdul wäre nicht er selbst, wenn er dafür nicht Himmel und Leute in Bewegung gesetzt hätte. Unglaubliche vier Jahre dauerte es, bis der Spielplatz samt Fußballfeld und Sportgeräten mit Geldern aus dem Programm Soziale Stadt im Oktober 2015 eröffnet wurde! Früher machte er mit Kumpeln den Kiez unsicher, nun bewarb er sich sogar für ein Mandat in der Jury des Aktionsfonds, einem ehrenamtlichen Gremium aus Anwohnern. Dort setzte er immer wieder das Thema Bolzplatz auf die Tagesordnung. Das Quartiersmanagement wusste er an seiner Seite. Hat sich alles gelohnt, der Platz ist eine Augenweide und schon kurz nach Eröffnung dicht belagert!

Als wir das bunte Treiben an diesem sonnigen Herbstmittag beobachten, lächelt er und überrascht mit dem Satz, der Sport sei nur eine Seite von ihm. Die andere Leidenschaft wäre die Musik. Abdul El-Khatib hat einige CDs von jungen Rappern aus dem Wedding veröffentlicht, mit ihnen geprobt und Konzerte organisiert. Über Rap könnte er stundenlang reden, schließlich war dies auch Thema seiner Abschlussarbeit als Erzieher. Rap sei eben nicht bloß Sprechgesang, wie manche diese Musikrichtung abwerten. Rap schule Sprache, man müsse trainieren, die Technik beherrschen und den Mut entwickeln, auf der Bühne zu überzeugen. Wenn es nach ihm ginge, hätte jeder Kiez nicht nur einen Bolzplatz, sondern auch eine offene Bühne, wo Jugendliche sich ausprobieren könnten. Wer den stets freundlich lächelnden Abdul näher kennt, ist überzeugt, dass das keine fixe Idee ist. Denn Abdul bleibt dran – immer!

Die feierliche Eröffnung am 10. Oktober


Plakat zur Eröffnung

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Kurz vor der Fertigstellung


Der Spielplatz ist fertig!

Am 10. Oktober - pünktlich zur Langen Nacht der Familie – weiht Carsten Spallek, Bezirksstadtrat von Mitte – den Spielplatz in der Koloniestraße nach dessen Sanierung ein. Mit einem Fußballspiel um 16.30 Uhr soll der Platz eröffnet werden. Über 350.000 Euro hat die Sanierung gekostet. Wir sind gespannt, wie der Platz den Kindern gefallen wird. Kinder aus dem Soldiner Kiez hatten vor der Sanierung ihre Wünsche aufgemalt, geschrieben und den Platz als Modell schon einmal fertig gebaut.  

Sitzmöbel

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Sitzen, liegen, chillen wie ihr es wollt. Der Platz vor dem SOKO wird umgebaut und erneuert. An einer Stelle ist ein Sitzmöbel geplant, das ihr mitgestalten könnt. Eure Ideen entwickeln jetzt die Architekten einen Vorschlag, über den ihr am 3. Juni noch einmal beratet. Im Sommer bauen wir das Möbel mit euch zusammen. 


Workshop zum Spielplatz Koloniestraße 117

Kinder markieren ihre Wünsche auf dem Platz

Nun geht es los! Ab 11. Mai rollen die Bagger auf dem Spielplatz, der die Drontheimer mit der der Koloniestraße vebindet. 363.000 € wird der Umbau kosten und zu zwei Dritteln durch das Quartiersmanagement finanziert. Freuen Sie sich dann ab Ende August auf einen neuen Zugang von der Holzstraße, auf Böden aus Kunststoff und einen hohen Zaun fürs Ballspiel. Vorgesehen sind neue Fitness-Geräte, Körbe und Markierungen für Basketball, Schaukeln und Tischtennis-Platten. Die letzten Details für  den Platz diskutieren Kinder und Jugendliche am 11./12. Mai im SOKO 160.

Wasserspielplatz, Fitness-Strecke und eine Liegewiese

Das wünschten sich Anwohner der Koloniestraße 117 für den Spielplatz neben dem Jugendclub-Soko. Nun geht es los mit den Bauarbeiten!

Ab dem 16. Februar wird das Gartenamt Gebüsche auslichten und überflüssige Äste entfernten. Im Frühjahr starten dann die eigentlichen Bauarbeiten. 

Zu den Infos des Bezirksamtes