Petra Patz-Drüke hat den lebensweltlichen Blick

Im Interview erklärt Petra Patz-Drüke, was eine Stadtteilkoordination ist, welche Aufgaben diese hat und wobei sie Ansprechpartner für Bürger und Bürgerinnen ist.

Petra Patz-Drüke

Petra Patz-Drüke leitet die "Sozialraumorientierte Planungskoordination" und damit auch die Stadtteilkoordination. Foto: Andrei Schnell

Kiezreporter: Stadtteillkoordionation und Bezirksregion hängen zusammen. Zunächst einmal: Was ist eine Bezirksregion?

Petra Patz-Drüke: Bereits 2004 wurden für Berlin einheitliche Räume, die Regionen festgelegt. Das war ein Senatsbeschluss unter Beteiligung der Bezirke. Seitdem bekommen wir im Bezirksamt von allen Behörden immer Daten pro Region geliefert. Das ist ein großer Vorteil, wenn man eine belastbare Aussage für einen Stadtteil treffen will. Vorher besaß jede Behörde eigenständig festgelegte Gebiete, für die sie Daten erstellt hat.

In welcher Region befindet sich der Soldiner Kiez?

Petra Patz-Drüke: Mitte ist in zehn Regionen unterteilt. Jede Region hat jeweils circa 35.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Wir meinen mit Stadtteilen also nicht Kieze, wie das Quartiersmanagement. Das Quartiersmanagement Soldiner Straße ist Teil der Bezirksregion Osloer Straße. Wenn Sie auf unsere Webseite gehen, dann finden Sie dort umfassende Informationen zu dieser Bezirksregion.

Pro Bezirksregion gibt es eine Stadtteilkoordinaton? Was ist das?

Petra Patz-Drüke: Das ist ein Büro vor Ort an einem Stadtteilzentrum oder einer Nachbarschaftseinrichtung. Dort arbeiten Stadtteilkoordinatoren. Bei Ihnen ist das Meike Jansen. Sie ist Ansprechpartnerin für die Bürger und Bürgerinnen. Sie ist in der NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße zu erreichen. Wer etwas tun will, wer sich engagieren will, wer sich vernetzen will, wer mitarbeiten will, der kann sich an sie wenden.

Welche Aufgaben hat ein Stadtteilkoordinator?

Petra Patz-Drüke: Die Stadtteilkoordinatoren sind Ansprechpartner für die Bürger und Bürgerinnen, die im jeweiligen Stadtteil leben. Eine weitere Aufgabe ist es, in die Verwaltung hinein zu vermitteln, was vor Ort los ist, welche Themen die Menschen beschäftigen, welche Handlungsbedarfe es gibt. Dritte Aufgabe ist es, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Und - nicht zu vergessen – sie organisieren auch selbst Bürgerbeteiligung. Sie richten zum Beispiel Stadtteilkonferenzen aus oder gründen Arbeitsgemeinschaften. Alle zwei Monate treffen sich die zehn Stadtteilkoordinatoren von Mitte zu einem gemeinsamen Treffen, bei dem auch das Jugendamt, das Sozialamt und weitere Ämter dabei sind.

Was ist die Philosophie hinter der Stadtteilkoordination?

Petra Patz-Drüke: Wir in der Verwaltung denken seit 2004 von der Region her. Ein solches Denken bezeichnen wir als lebensweltliche Orientierung, ein Teil der Sozialraumorientierung. Dadurch, dass wir eine Region in den Blick nehmen, können wir sagen, was ein Stadtteil braucht. Es ist also eine ämterübergreifende Methode. Wir von der Sozialraumorientierten Planungskoordination organisieren die Zusammenarbeit mehrerer Fachämter. Tiefergehende Informationen zu diesem Ansatz stehen in der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung, die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen veröffentlicht wurde.

Weitere Infos:

- Petra Patz-Drüke leitet die Sozialraumorientierte Planungskoordination. Zu dieser Abteilung gehört neben der Stadtteilkoordination das Büro für Bürgerbeteiligung. Sie unterstützt bürgerschaftliches Engagement und verwaltet die Stiftungen des Bezirks Mitte.

- Die Stadtteilkoordination Osloer Straße stellt sich hier online vor. Dort finden sich aktuelle Nachrichten, ein Kurzporträt und verschiedene Infos.

- Für jede Bezirksregion wurden Profile erstellt, die den Stadtteil genau beschreiben und die Herausforderungen benennen. Diese Profile wurden 2017 überarbeitet. Hier ist der Link zum Profil Osloer Staße (ein wenig nach unten scrollen).

20. März 2018