Fußball zur Kiezverständigung

Fußball statt Mißtrauen. Beim VIP Cup, organisert vom KBNA, spielten Mannschaften von Kiezeinrichtungen. Eine Manschaft stellte die Polizei. Abschnitt 36.

VIP Cup

Polizei und Kiez im Fußball-Match

Nicht nur ein bißchen rumgekickt, sondern mit Ehrgeiz und vollem Einsatz spielten Kinder- und Erwachsenenmannschaften aus dem Soldiner Kiez am 8. Juli auf der Sportanlage Gustav Böß um den VIP-Cup. Organisiert wurde das Turnier vom KBNA, dem kiezbezogenen Netwerkaufbau. Das Besondere an dem fairen Wettkampf war, dass der Polizeiabschnitt 36 eine Mannschaft stellte.

Für die Jugendlichen des Jugendklubs SoKo 116, war das Spiel gegen echte Polizisten nichts besonderes mehr. Sie treffen fast jede Woche auf die Beamten. Darin steckt die Kernidee des KBNA, hinter dem vor allem Yousef Ayoub steht. Er sagt: "Bei diesem Gewaltpräventionsprojekt ist der Abschnitt 36 in der Pankstraße unser Kernpartner." Die Jugendlichen sollen mit den Polizisten ins Gespräch kommen. Es geht in dem Projekt darum, auf beiden Seiten Vertrauen aufzubauen und Vorurteile abzubauen.

"Heute geht es um ein symbolisches Miteinander", beschreibt Ayoub den Cup am 8. Juli. Es handelt sich fast um ein Volksfest. Vor dem Spiel kommt der Show-Act mit den Lunatix Dance Kids, der Ingoma Trommelgruppe, dem Sänger Nasser Kilada und dem Chor Miracle Voices.

Den Cup ist bereits seit vielen Jahren Höhepunkt beim KBNA, aber erst zum zweiten Mal können sich neben den Spielen auch die Kooperationspartner des Projekts präsentieren.

Unter den Kinder stellten unter anderem die Jugendlichen des Jugendklub SoKo 116, die geflüchtete Kinder des Haus "Vom guten Hirten" der Caritas oder Jesus Miracle Harvest Church Mannschaften. Bei den Erwachsenen traten neben dem Abschnitt 36, die Haci Bayram Moschee, die Wilhelm-Hauff-Grundschule und die Putte Remise Mannschaften auf.

Auch Politprominenz war an diesem Tag dabei. Eröffnet wurden die Spiele von Staatssekretär Hans-Georg Engelke. Er meinte mit Blick auf Yousef Ayouob: "So wie Helmut Kohl es konnte, so kommt es manchmal darauf an, den Mut zu finden, das Richtige zu richtigen Zeit zu tun". Er spielte damit auf die ungewöhnliche Idee von Yousef Ayoub an, im oft als Problemviertel bezeichneten Soldiner Kiez Jugendliche und Polizisten regelmäßig gemeinsam Fußball spielen zu lassen. Die Idee hatte Ayoub, der zur Zeit als Erzieher an der Wilhelm-Hauff-Grundschule arbeitet, bereits vor vielen Jahren. 2011 unterzeichnete er mit dem Abschnitt 36 eine Kooperation mit dem Titel "Die Chancen der Vielfalt nutzen und Vorurteile abbauen". Den symbolischen Anstoß traten die Bundestagsabgeordneten Eva Högl (SPD) und Özcan Mutlu (Die Grünen).

Unter dem Titel "Stärkung der Kooperation von Jugendhilfe und Polizei zur Gewaltprävention im Soldiner Kiez" wurde der KBNA vor einigen Jahren vom Quartiersmanagement mitgefördert.

Mehr Infos:http://www.kbna-berlin.de/seite/145575/über-uns.html

Selbstbeschreibung des KBNA

8. Juli 2017