Elektronische Türkische Musik

1965 suchte die Zeitung Hürriyet die beste "verwestlichte" Version eines traditionellen Liedes. Am 22. Juni rockt Westmusik aus der Türkei das bi'bak.

Oud

1965 wurde in der Türkei "unplugged" unmodern.

Unplugged war in den 1990er Jahren ein Qualitätssiegel. Heute in 2010er Jahren sind die Hitparaden wieder sehr "elektronisch". Das bi'bak in der Prinzenallee blickt am 22. Juni ab 20 Uhr zurück auf die 1960er Jahre, als Strom und Soundeffekte erstmals Einzug in die türkische Musik hielten.

Die Nummer 6 der Reihe bi'bakaudio bestreiten die beiden Wissenschaftler Cornelia Lund und Holger Lund. "Make me sound electric" nennen Sie den Abend, der sich um die Elektrisierung der traditionellen türkischen Musik dreht. Wobei Elektrisierung doppeldeutig ist. Sowohl der Einzug der Elektronik in die Musik als auch die Begeisterung für diese Musikrevolution ist gemeint. 1965 war die Zeitung Hürriyet so von den Möglichkeiten der damals neuen elektronischen Musik begeistert, dass sie einen Preis ausschrieb für das beste Arrangement einer türkischen Weise. 

"Für diese Verwestlichung der Musik stand vor allem die Elektrifizierung traditioneller Instrumente oder der Einsatz neuer elektrischer und elektronischer Instrumente der Pop-Musik", schreibt das bi'bak in der Ankündigung zu diesem Hörabend.

Vorweggenommen werden kann die Erkenntnis, dass aus Sicht der Türkei als Fortschritt empfunden wurde als die Musik plötzlich unter Strom stand. Aus westlicher Sicht wurde im Jahr 1965 der Einsatz von Technik in der Folkmusik als Verrat empfunden wie die "Electric Dylan Kontroverse" zeigt.

Sound und Diskussion werden durch das Quartiersmanagement über den Aktionsfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt mitermöglicht.

10. Juni 2017